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Vektorgrafik


Wer sich damit begnügt, Fotos zu bearbeiten oder Buttons zu erstellen, ist mit einem Bildbearbeitungsprogramm gut bedient. Sollen allerdings etwas anspruchsvollere Grafiken gezeichnet werden, so wird man um die Verwendung einer Vektorsoftware nicht umhinkommen. In diesem Abschnitt möchte ich Ihnen die Arbeitsweise eines solchen Programmes etwas näher bringen und Ihnen Anregungen geben, wie Sie Ihren Zielen, die Sie mit der Bildbearbeitung nicht erreichen konnten, etwas näher kommen.

Dateiformate: Dieses sind die gebräuchlichsten Formate, an denen Sie erkennen können, daß es sich um eine Vektorgrafik handelt:
xxx.cdr (Corel Draw), xxx.ai (Adobe Illustrator), xxx.wmf (Widows MetaFile), xxx.dxf (austauschbares CAD-Format), xxx.ttf (TrueTypeFont)


geometrische Figuren


Bezier-Kurven

Was ist Vektorgrafik? Im Gegensatz zur Bildbearbeitung, bei der jeder einzelne Bildpunkt durch seine Parameter definiert ist, arbeitet die Vektorgrafik mit der mathematischen Berechnung geometrischer Körper. So ist zum Beispiel eine Linie eindeutig durch ihre Längen in X und Y bestimmt, ein Kreis durch Mittelpunkt und Radius usw. Und hier ergibt sich bereits eine der grossen Stärken: während in der Bildbearbeitung, beim Vergrössern beispielsweise, Pixel eingefügt und zu den benachbarten interpoliert werden müssen (Treppeneffekt !) wird hier nur der Zahlenwert verändert und die Linie neu berechnet. Das ergibt immer eine glatte, durchlaufende Linie.

Linienarten: Grundsätzlich wird, und das ist in allen Vektorprogrammen gleich, zwischen zwei Linientypen unterschieden. Als Erstes die geometrisch eindeutige Linie, wie etwa Kreis, Gerade, Ellipse udgl. Als Zweites, etwas komplexer, aber in der Handhabung auch vielfältiger, die Bezier-Kurve. Hierbei wird die Kurve durch die Länge und die Richtung der anliegenden Tangente bestimmt.


Knoten verschiedener Figuren

Knoten: Diese finden sich auf den Kurven und Linien wieder und beschreiben die Berechnungspunkte einer Figur. Sie sind auch gleichzeitig die Manipulationspunkte. Ein Objekt kann nur über diese geändert werden. Wie die Änderung ausfällt, hängt von der Art des Objektes ab. Ausserdem ist anhand der Knoten festzustellen, wo bei zusammengesetzten Figuren ein Teilstück aufhört und das nächste beginnt.
Um eine geometrische Figur nachträglich mit Kurven bearbeiten zu können ist es notwendig, den Berechnungsmodus zu ändern. Einfach ausgedrückt: die Figur muß in eine Kurve umgewandelt werden. Ist das einmal geschehen, können Sie alle nur denkbaren Verzerrungen und Manipulationen über die Knoten durchführen.


Bild 1

Bild 2

Bild 3

Anhand des nebenstehenden Beispieles können Sie dies leicht nachvollziehen. Bild 1 zeigt eine gerade Linie. Als solche können Sie diese drehen und skalieren, aber nicht verändern. In Bild 2 wurde diese Gerade in eine Kurve umgewandelt. Sie ist nun für weiterführende Manipulationen vorbereitet. Bild 3 zeigt uns, wie jetzt auf einfache Art und Weise eine Wellenlinie gebogen werden kann. Hier können Sie auch deutlich die Tangenten (Anfasser) sehen, welche die Dimensionen des Bogens bestimmen.


Möglichkeiten der Flächen und Umrissgestaltung


Umriss und Flächen: Jedes Objekt besteht aus einer Umrisslinie und der von dieser umschlossenen Fläche. Weist man den Flächen keine Farbe zu, so sind sie transparent und lassen das darunterliegende Objekt durchscheinen. Ansonsten kann man ihnen Farben, Farbverläufe, Bitmaps, Muster und Stile zuordnen. Auch der Umriss ist manipulierbar. Umrissdicke, Farbe, Eckenverhalten, Endsymbole sind nur einige der Möglichkeiten.


Bild 4

Bild 5

Bild 6

Text: TrueType Fonts sind nichts anderes als vektorisierte Bildchen mit einigen schriftmässigen Angaben hintenan. Es liegt also auf der Hand, daß man Text auch wunderbar verändern kann, wie nebenstehendes Beispiel zeigt. Der ursprüngliche Text (Bild 4) wurde in Kurven umgewandelt. Somit sind die Knoten (Bild 5) gesetzt und zur Neuberechnung freigegeben. Diese Knoten können Sie jetzt nach Herzenslust bearbeiten (Bild 6).

Exportieren: Um Ihre Kunstwerke anschliessend in einer Bildbearbeitung weiterverwenden zu können müssen Sie die Grafik in ein Format exportieren, welches die Pixelsoftware auch lesen kann. Da der Export ohne Verlust stattfinden muß sind daher auch nur Dateiformate interessant, welche ohne Kompressionsverlust arbeiten. Verwenden Sie daher TIF (Tagged Image File Format) oder BMP (Windows Bitmap) als Exportformate. Damit ist auch sichergestellt, daß jedes Grafikprogramm Ihre Bilder einlesen kann.

Diese kleinen Beispiele sollen und können Ihnen die Funktionsweise Ihrer Software nicht erklären. Dazu gibt es meist dicke Bücher, die man mühsam durcharbeiten muß. Viel mehr sind sie dazu da, Ihnen zu zeigen, daß Pixel- und Vektorgrafik Hand in Hand arbeiten. Teure Bildbearbeitungs-Software schließt oft schon, in abgespecktem Maße, Vektorgrafik mit ein. Wenn Sie also gute Grafik erzeugen wollen, dann scheuen Sie sich bitte nicht davor, dieses leistungsfähige Instrument zu nutzen.
In den Fortgeschrittenen-Artikeln werde ich in Zukunft auch vermehrt auf die Vektorgrafik eingehen. Und wenn Sie Anregungen für einen neuen, interessanten Artikel haben, das Forum ist dazu jederzeit offen.

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