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Schatten


In der Natur gibt es keinen Gegenstand, der nicht auf die eine oder andere Weise einen Schatten wirft, daher ist es ein Muß, natürliche Grafiken auch mit einem solchen zu versehen. Und je natürlicher der Schatten gezeichnet wird, umso besser sieht die Grafik nachher aus. Beobachten Sie einfach Ihre Umgebung und speziell die Schattenwirkung. Sie werden sehen, es ist dann gar nicht so schwer, die verschiedenen Muster nachzubilden.
Jedes bessere Grafikprogramm hat nun mehr oder weniger gute und umfangreiche Schattenwerkzeuge. An dieser Stelle will ich einmal demonstrieren, wie man Schatten auch ohne Filter erstellen kann.
Die ersten Schritte sind immer gleich: die Objektebene wird dupliziert, neu benannt (ich nenne sie "schatten") und zwischen dieser und dem Hintergrund platziert. Danach maskieren sie das Objekt in der "schatten"-Ebene und übermalen es mit Schwarz. Und jetzt müssen Sie sich Gedanken machen, wo das Objekt liegt (schwebend, hängend oder liegend) und wo die Lichtquelle sitzt.


Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6


Bild 1: Eine zweidimensionale Scheibe hängt nahe an einer Wand. Da hier der Schatten kurz und prägnant ist verschieben Sie "schatten" um einige Pixel entgegengesetzt Ihrer Lichtquelle (hier 45 Grad links oben). Je näher sich das Objekt an der Projektionsfläche befindet, umso härter ist der Rand ausgebildet. Ein normal starker Weichzeichner reicht hier schon aus. Setzen Sie jetzt noch die Deckkraft auf 50%, damit der Hintergrund ein wenig erscheint. Dieser Wert kann allerdings je nach Hintergrund variieren.
Bild 2: Hier hängt dieselbe Scheibe etwas weiter von der Wand weg. Daher wird "schatten" stärker weichgezeichnet. Das machen Sie am besten mit dem Gaussschen Weichzeichner und einem Radius von 3 - 5 Pixel, je nach Entfernung. Ausserdem müssen Sie die Schattenscheibe ein wenig vergrössern. Achten Sie dabei aber darauf, daß dies proportional geschieht. Deckkraft 25 - 30%.
Bild 3: Die Scheibe schwebt im Raum und projiziert den Schatten auf den Boden. Hier müssen Sie "schatten" nun neigen, damit der Eindruck erweckt wird, daß die Projektionsfläche zur Scheibe geneigt ist. Das machen Sie am besten mit einem Transformationswerkzeug oder direkt an den Anfassern, je nach Software. Als Ausgangspunkt empfehlen sich 30 Grad, je nach Standort der Lichtquelle justieren Sie diese dann nach. Die Einstellungen für Weichzeichner und Deckkraft können Sie aus dem vorhergehenden Bild übernehmen.
Bild 4: Ein kleiner Spezialfall. Hier bricht sich der Schatten vom Boden in den Wandbereich. Die Scheibe steht auf dem Boden. Hier müsse Sie nun mit zwei Schattenebenen arbeiten. Einer geneigten (Bild 3) und eine ebenen (Bild 2). Verschieben Sie nun die beiden Ebenen solange, bis Sie Ihrer Lichtquelle entsprechend übereinander zu stehen kommen. Jetzt radieren Sie entlang der Knicklinie den oberen bezw. den unteren Teil Schattenstücke weg. Verketten Sie die beiden Schattenebenen und wenden Sie Weichzeichner und Deckkraft auf diese Weise auf beide gleichzeitig an.
Bild 5: Eine am Boden liegende Kugel. Achten Sie bei anliegenden Objekten darauf, daß der unterste Punkt des Schattens und der unterste Punkt des Objektes sich auch wirklich in einem Punkt schneiden.
Bild 6: Ein weiterer Spezialfall. Eine im Raum schwebende Kugel erzeugt einen Halbschatten. Auch hier sind wieder zwei Schattenebenen notwendig. Den Kernschatten verkleinern Sie einmal und achten darauf, daß beide Kreis konzentrisch angeordnet sind. Hier gilt: je weiter das Objekt entfern ist, desto kleiner muss der Kern werden. Anschliessend verketten Sie die beiden Ebenen und neigen sie in die Richtung, die für Sie massgeblich ist. Jetzt müssen Sie den Schatten in Position zum Objekt bringen. Ich habe eine rote Linie eingezeichnet, welche die genaue Anordnung ersichtlich macht. Der Scheitelpunkt der Spiegelung liegt in einer Linie mit dem untersten Punkt der Kugel und dem untersten Punkt des Schattens. Lösen Sie nun die Verkettung auf und wenden Sie auf beide Ebenen verschiedene Weichzeichner (Kern wenig, Halbschatten stärker) und Deckkräfte (Kern ca. 35%, Halbschatten ca. 25%) an.

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